#1 – Hadayatullah Hübsch

1946 als Paul-Gerhard Hübsch geboren, 2011, vier Tage vor dem 65. Geburtstag, als Hadayatullah (der von Allah geleitete) Hübsch verstorben. Dazwischen Kriegsdienstverweigerung, Revoluzzertum, Literatur. Trips & Exzesse, Islam & Abstinenz. & immer mal wieder Flashbacks. Seiner wollen wir in dieser ersten Ausgabe von «Gasolin Connection» gedenken.

Einer der ausführlichsten und bestrecherchierten Nachrufe auf Hadayatullah Hübsch erschien in der Jungen Welt. In der WOZ schrieb Florian Vetsch und im Luzerner Kulturmagazin Pablo Haller über Leben und Werk.

«Alles was er tat, tat er in Extremen», bemerkte Manan Wagishauser, der Sohn eines guten Freundes von Hadayatullah, an der Beerdigung. Ein Satz, der den Dichter und Imam Dschuma mit turbulentem Lebenslauf, diese uneinordbare Figur, die in Deutschland ohnegleichen war, treffend charakterisiert. Kein Etikett, dass ihm kurzum angeheftet werden kann, keine Schublade, in die er sich reinpressen lässt. Wenig (oberflächlich gesehene) Widersprüche, die in seiner Person nicht aufeinander prallten.

Ein guter erster Schritt sich Hadayatullah Hübsch anzunähern, ist das TAZ–Portrait «Probier dich aus».

Als Muslim wurde er von seiner Ahmadiyya-Gemeinde bereits ausführlich gewürdigt. In der Freitagsansprache vom 7.1.11 von Abdullah Uwe Wagishauser, an der Beerdigung – über die auch auf dem pakistanischen Sender ARY berichtet wurde – in einem Kurzfilm über sein Wirken in der Jaamat, sowie einer Hübsch gewidmeten Sendung des von ihm initiierten und oft als Referent besuchte Formats «Stunde des Islam» (ab 8min40 wird Hadayatullahs letztes Gedicht vorgelesen, garniert mit einer Fotostrecke mit Aufnahmen von den 60ern des letzen Jahrhunderts bis zu den Nuller Jahren).

Auf Gasolin Connection wollen wir dem Schriftsteller, dem Spoken-Word-Artist, nicht zuletzt dem Menschen Hadayatullah Hübsch gedenken. Axel Monte mit einem ausgewählten Ausschnitt aus ihrem gemeinsamen Werk «Asphalt Derwisch», der Hübschs Feder entsprang. Jürgen Ploog mit persönlichen Erinnerungen. Florian Vetsch mit einem Nachruf, den er am Morgen von Hübschs Beerdigung schrieb, Pirmin Bossart und Pablo Haller mit einem Gedicht.

Wir wollen aber auch Texte von Hadayatullah Hübsch sprechen lassen. Voran  jedoch der Hinweis auf zwei You-Tube-Filme: Einer dokumentiert eine Social-Beat-Lesung aus dem Jahr 1995, der andere ist undatiert und zeigt «Arbeiten» , eine meiner liebsten Performances von ihm.

Zu Hübschs Texten: Da hätten wir «Beatmanna», ein unveröffentlichtes Werk mit Gedichten über Persönlichkeiten der amerikanischen Beat-Generation, ein Auschnitt des Gedichtkranzes, den Hübsch zusammen mit Florian Vetsch schrieb und der im Herbst 11 unter dem Titel «Round & Round & Round» im Wiener Songdog-Verlag erscheinen soll. Der vorliegende Teil ist in das Heft das seinen langen Namen ändern wollte aus dem Verlag der gesunde Menschenversand in Luzern erschienen, dessen Leiter Matthias Burki die erste Slam-Tour in der Schweiz mitorganisiert hat, wo u.a. Hübsch von Partie war. Seine Impressionen hielt er im Gedicht «Tour de Suisse» fest.

Schliesslich zwei Magazin-Beiträge, der eine aus dem von Axel Monte und Florian Vetsch herausgegebenen Copy-Art-Magazin Rudelook Oriental, der andere aus einem von Thomas Collmer editierten Sondernummer des Rollercoaster-Magazins, zu Jürgen Ploog, dem Hübsch das Gedicht «Gibt es ein erstes Mal?» widmete.

«You may keep your hat on!» klingt nach … ich ziehe meinen vor ihm, spreche einen Toast aus und möchte mit den Worten von Florian Vetsch schliessen: «Die deutsche Literaturgeschichtsschreibung wird um die Aufarbeitung von Hadayatullah Hübschs literarischer Exorbitanz nicht herumkommen!»

He did it for the BEAT!

# 1 – Hadayatullah Hübsch

Axel Monte – Kein Nachruf
Jürgen Ploog – Der Weg eines Lebens
Ní Gudix – Die Humanisierung der Kommunikation
Florian Vetsch – Ein Nachruf
Pirmin Bossart – Hadayat für Hübsch
Pablo Haller – gibt es ein letztes mal?

Hadayatullah Hübsch – Gibt es ein erstes Mal?
Hadayatullah Hübsch / Florian Vetsch – Gedichtkranz
Hadayatullah Hübsch – Der orientalische Wind
Hadayatullah Hübsch – Tour de Suisse
Jürgen Ploog, Carl Weissner, Alfred Hackensberger, Florian Vetsch, Hadayatullah Hübsch, Pablo Haller, Pirmin Bossart – das Heft das seinen langen Namen ändern wollte
Hadayatullah Hübsch – Beatmanna
Hadayatullah Hübsch – Floh in Florida
Hadayatullah Hübsch – Schwer ist der Weg (vermutlich letztes Gedicht), Selbstporträt, Winteranfang

BONUSTRACKS
Urs Böke – Vier neue Gedichte & die Cut-up-Collage «Hausfreund»
Carl Weissner – AMOK KOMA (New Yorker Nachtjournal 1967/68)
Alfred Hackensberger – mit der zeit

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 01-Schwerpunkt: Hadayatullah Hübsch abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s